Gerinnungs- & Speziallabor Pforzheim
Eine Schwangerschaft verschiebt das Gerinnungssystem deutlich in Richtung Gerinnung: Das Thromboserisiko steigt etwa um das Vier- bis Fünffache und ist im Wochenbett am höchsten. Bei inolab in Pforzheim klären wir vor und während der Schwangerschaft ab, ob eine Thromboseneigung oder eine Gerinnungsstörung vorliegt, und beraten zur Frage, ob eine Thromboseprophylaxe sinnvoll ist.
Die Diagnostik erfolgt in unserer Gerinnungssprechstunde und im eigenen Speziallabor in enger Abstimmung mit Ihrer Frauenärztin, Ihrem Frauenarzt oder Ihrem Kinderwunschzentrum.
Nicht jede Schwangere braucht eine Gerinnungsuntersuchung. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
Welche Werte bestimmt werden, richtet sich nach Ihrer Vorgeschichte. Häufige Bausteine sind:
| Untersuchung | Was sie zeigt |
|---|---|
| Faktor-V-Leiden und Prothrombin-Mutation (G20210A) | die häufigsten erblichen Thromboseneigungen (molekulargenetisch, mit Einwilligung nach Gendiagnostikgesetz) |
| Antithrombin, Protein C, Protein S | seltenere, teils ausgeprägte erbliche Thromboseneigungen |
| Antiphospholipid-Antikörper und Lupus-Antikoagulans | erworbene Gerinnungsstörung, die mit Thrombosen und wiederholten Fehlgeburten zusammenhängen kann |
| Von-Willebrand-Faktor, Einzelfaktoren, Thrombozytenfunktion | Abklärung einer Blutungsneigung, häufigste angeborene Ursache ist das Von-Willebrand-Syndrom |
Einige Werte verändern sich in der Schwangerschaft physiologisch (z. B. sinkt Protein S). Wir beurteilen die Ergebnisse deshalb immer im Zusammenhang mit der Schwangerschaftswoche und – wenn möglich – planen die Abklärung bereits vor der Schwangerschaft.
Nach wiederholten Fehlgeburten oder wenn sich bei einer Kinderwunschbehandlung trotz guter Embryonen mehrfach keine Schwangerschaft einstellt (Implantationsversagen), fragen viele Paare nach einer Gerinnungsstörung als Ursache.
Bei wiederholten Fehlgeburten empfehlen die Leitlinien vor allem die Untersuchung auf ein Antiphospholipid-Syndrom, weil sich daraus eine klare Behandlungskonsequenz ergibt. Beim Implantationsversagen ist der Nutzen einer routinemäßigen Thrombophilie-Testung und einer vorsorglichen Heparin-Gabe wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Wir besprechen deshalb gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kinderwunschzentrum, welche Untersuchungen in Ihrer Situation wirklich sinnvoll sind, und vermeiden unnötige Tests.
Ob eine Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin sinnvoll ist, hängt vom persönlichen Gesamtrisiko ab – also von früheren Thrombosen, der Art einer Thrombophilie und weiteren Faktoren wie Alter, Gewicht, Mehrlingsschwangerschaft oder Kaiserschnitt. Eine nachgewiesene erbliche Thrombophilie allein bedeutet nicht automatisch, dass Heparin nötig ist. Umgekehrt kann eine Prophylaxe auch ohne Laborauffälligkeit sinnvoll sein, etwa nach einer früheren Thrombose. Wir erstellen eine individuelle Empfehlung für Schwangerschaft und Wochenbett, die Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt umsetzt.
Der D-Dimer-Wert steigt im Verlauf einer normalen Schwangerschaft deutlich an. Die üblichen Grenzwerte für Nicht-Schwangere sind deshalb nicht übertragbar: Ein „erhöhter“ D-Dimer-Wert ist in der Schwangerschaft häufig normal und für sich allein kein Hinweis auf eine Thrombose. Wir beurteilen D-Dimer schwangerschaftsbezogen und im Zusammenhang mit den Beschwerden.
Gesetzlich Versicherte benötigen eine Überweisung zur Laboratoriumsmedizin, zum Beispiel von der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder der Hausarztpraxis. Privat Versicherte können direkt einen Termin vereinbaren.
Am aussagekräftigsten ist die Abklärung vor einer geplanten Schwangerschaft oder vor einer Kinderwunschbehandlung. Ist die Schwangerschaft bereits eingetreten, ist eine Abklärung trotzdem möglich – je früher, desto besser lässt sich eine Prophylaxe planen.
Versichertenkarte, Überweisung, Mutterpass (falls vorhanden), Vorbefunde zu Gerinnung oder Thrombosen und eine Liste Ihrer Medikamente – insbesondere Heparin, ASS oder Hormonpräparate.
Nein. Nüchternheit ist für die meisten Gerinnungstests nicht erforderlich, und Sie können verordnetes Heparin wie gewohnt weiter spritzen – der Zeitpunkt der letzten Gabe spielt für die Blutentnahme keine Rolle. Setzen Sie Heparin bitte nicht eigenmächtig ab.
Der vollständige Befund liegt in der Regel nach 3 bis 4 Wochen vor, weil einige Spezialuntersuchungen – etwa die genetische Diagnostik – aufwendiger sind. Planen Sie die Abklärung deshalb möglichst frühzeitig ein, idealerweise schon vor der Schwangerschaft oder vor einer Kinderwunschbehandlung.
Bei wiederholten Fehlgeburten empfehlen die Leitlinien vor allem die Untersuchung auf Antiphospholipid-Antikörper, weil sich daraus eine Behandlungskonsequenz ergibt. Ob weitere Gerinnungstests sinnvoll sind, entscheiden wir nach Ihrer Vorgeschichte. Die Abklärung ist Teil einer umfassenden Ursachensuche gemeinsam mit Ihrer frauenärztlichen Praxis.
inolab – PD Dr. med. Maximilian Kittel MBA
Wilhelm-Becker-Straße 11 b, 75179 Pforzheim (Ärztehaus neben Kaufland, 5. Stock)
Telefon 07231 4250 690 · Termin@i-nolab.de · Termin online buchen
Weitere Schwerpunkte: Thrombophilie-Abklärung · Blutungsneigung und blaue Flecken
Autor: PD Dr. med. Maximilian Kittel MBA, Facharzt für Laboratoriumsmedizin · Stand: Oktober 2026
Diese Seite ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.