Gerinnungs- & Speziallabor Pforzheim
Eine Thrombophilie ist eine angeborene oder erworbene Neigung, Blutgerinnsel (Thrombosen) zu bilden. Die häufigsten Ursachen sind Faktor-V-Leiden und die Prothrombin-Mutation. Bei inolab in Pforzheim klären wir funktionell und molekulargenetisch ab, ob eine Thrombophilie vorliegt, und beraten, was das für Sie und Ihre Familie bedeutet – etwa bei Operationen, Pille, Schwangerschaft oder langen Reisen.
Nach einer Thrombose oder Lungenembolie stellt sich oft die Frage nach der Ursache: Steckt eine Gerinnungsstörung dahinter, und betrifft sie auch die Familie? In unserer Gerinnungssprechstunde klären wir das gezielt ab. Die Untersuchungen erfolgen im eigenen Speziallabor. Die Beratung übernimmt PD Dr. med. Maximilian Kittel, Facharzt für Laboratoriumsmedizin mit Qualifikation zur fachgebundenen humangenetischen Beratung.
Ein Test ist nicht nach jeder Thrombose nötig. Sinnvoll ist er vor allem, wenn sich daraus eine Konsequenz für Behandlung oder Vorbeugung ergibt, zum Beispiel:
| Thrombophilie | Art | Kurz erklärt |
|---|---|---|
| Faktor-V-Leiden (APC-Resistenz) | erblich | häufigste erbliche Thromboseneigung in Mitteleuropa; etwa jede zwanzigste Person trägt die Veränderung auf einem Gen |
| Prothrombin-Mutation (G20210A) | erblich | zweithäufigste erbliche Ursache, führt zu erhöhtem Prothrombin |
| Antithrombin-, Protein-C- und Protein-S-Mangel | meist erblich | selten, aber teils mit deutlich erhöhtem Risiko verbunden |
| Antiphospholipid-Syndrom (APS) | erworben | Autoantikörper (Lupus-Antikoagulans, Cardiolipin- und β2-Glykoprotein-Antikörper); wichtig wegen besonderer Therapieentscheidungen |
| Erhöhter Faktor VIII | meist erworben | kann das Risiko erhöhen, ist aber auch bei Entzündungen vorübergehend erhöht |
Genetische Tests sind jederzeit möglich. Funktionelle Gerinnungstests werden dagegen durch eine akute Thrombose, Schwangerschaft, Hormonpräparate und blutverdünnende Medikamente beeinflusst. Direkte orale Antikoagulanzien wie Rivaroxaban (Xarelto) oder Apixaban (Eliquis) sowie Marcumar können einzelne Werte verfälschen. Deshalb planen wir den Zeitpunkt individuell – häufig ist eine Untersuchung frühestens drei Monate nach der Thrombose am aussagekräftigsten. Setzen Sie Gerinnungshemmer bitte nie eigenmächtig ab, sondern notieren Sie Präparat und Zeitpunkt der letzten Einnahme.
Eine Thrombophilie erhöht das Risiko, ist aber kein Schicksal: Viele Menschen mit Faktor-V-Leiden haben nie eine Thrombose. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit weiteren Faktoren wie Operationen, Ruhigstellung, langen Flug- oder Busreisen, Übergewicht, Rauchen, östrogenhaltiger Verhütung, Hormontherapie oder Schwangerschaft. Auf Basis des Befunds erstellen wir ein individuelles Prophylaxe-Konzept für solche Risikosituationen. Ob nach einer Thrombose eine längere Blutverdünnung nötig ist, entscheidet sich vor allem nach den Umständen der Thrombose – der Laborbefund ist dabei ein Baustein von mehreren.
Gesetzlich Versicherte benötigen eine Überweisung zur Laboratoriumsmedizin, zum Beispiel von der Hausarztpraxis, der Gefäßmedizin oder der Frauenärztin bzw. dem Frauenarzt. Privat Versicherte können direkt einen Termin vereinbaren.
Wenn bei Ihnen eine erbliche Thrombophilie festgestellt wird, kann eine Untersuchung naher Verwandter sinnvoll sein – vor allem bei Frauen, die eine östrogenhaltige Pille, eine Hormontherapie oder eine Schwangerschaft planen. Das besprechen wir im Rahmen der genetischen Beratung.
Östrogenhaltige Verhütungsmittel erhöhen das Thromboserisiko, bei einer Thrombophilie deutlich stärker. Häufig sind östrogenfreie Alternativen besser geeignet. Die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt; unser Befund liefert dafür die Grundlage.
Für den Test genügt eine Blutentnahme. Die genetische Untersuchung ist auch unter Gerinnungshemmern und unabhängig vom Zeitpunkt einer Thrombose möglich. Vorab klären wir Sie auf und holen Ihre schriftliche Einwilligung nach dem Gendiagnostikgesetz ein. Meist untersuchen wir die Prothrombin-Mutation gleich mit.
Eine Gerinnungsstörung bedeutet, dass das Gleichgewicht der Blutgerinnung verschoben ist: entweder in Richtung Thrombose (Thrombophilie) oder in Richtung Blutung (Blutungsneigung, siehe Blutungsneigung und blaue Flecken). Beides kann angeboren oder erworben sein, etwa durch Medikamente, Hormone oder andere Erkrankungen.
Der vollständige Befund liegt in der Regel nach 3 bis 4 Wochen vor, weil einige Spezialuntersuchungen – etwa die genetische Diagnostik – aufwendiger sind.
Nein, für die Thrombophilie-Diagnostik ist Nüchternheit in der Regel nicht erforderlich.
inolab – PD Dr. med. Maximilian Kittel MBA
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Weitere Schwerpunkte: Gerinnung in Schwangerschaft und Kinderwunsch · Blutungsneigung und blaue Flecken
Autor: PD Dr. med. Maximilian Kittel MBA, Facharzt für Laboratoriumsmedizin · Stand: Oktober 2026
Diese Seite ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.